Hatte Gutenberg eine Marketingabteilung?

Natürlich nicht, werden Sie sagen. Schon deshalb nicht, weil der Begriff Marketing zu seiner Zeit noch gar nicht geprägt war. Trotzdem hatte Gutenberg Erfolg. Das könnte Wasser auf die Mühlen derjenigen sein, die Marketing auch heute noch für die geschickte Inszenierung eines ganzen Wirtschaftszweiges halten. Im Folgenden gibt es den Versuch eines Vergleiches.

Der Druckereibesitzer Johannes Gutenberg war der Bill Gates seiner Zeit. Ähnlich wie der Microsoft Gründer im Übergang zur Informationsgesellschaft, markierte er auf der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit mit seiner Erfindung des Buchdruckes den Beginn einer Ära neuer Medien, die Vervielfältigung und Verbreitung von Informationen. Die Erfolgsbasis von Gates war das Betriebssystem Windows. Der Erfolg von Johannes Gutenberg war die Erfindung der beweglichen Lettern und das damit einhergehende System der Verfielfältigung, der Kopie. Doch bei allen möglichen Parallelen zwischen den beiden Erfindern unterscheiden sich die beiden Größen der Medienbranche. So war die Gutenberg-Galaxis* auf die gewaltigen Marketinganstrengungen , welche das Unternehmen von Bill Gates von Beginn an betrieben hat, nie wirklich angewiesen. Die Gründe, die Gutenberg das Nachdenken über den Markt und den Verkauf hinaus ersparten sind vielfältig und hängen mit der nur in Ansätzen vorhandenen Entwicklung einer ökonomischen Prägung heutiger Zeit zusammen. Abgeschlossene Märkte, Nachfragepotentiale, deren Dimension Gutenberg nicht einmal ahnen konnte. Das war eine Situation, die auch nur zu träumen sich für das moderne Druckerei Unternehmen geradezu verbietet.

Heutzutage bringt der Drucker nicht nur einfach die Farbe aufs Papier, er ist vielmehr Problemlöser, Berater, Marketingexperte und vor allem Dienstleister. Dabei gilt: Auch die Drucktechnik hat einen derartigen Standardisierungsgrad erreicht, dass nur noch Nischenangebote dem Druckereibesitzer das Überleben ermöglichen. Das bedeutet vor allem ein differenziertes Marketing, genaue Kenntnis über den Kunden, seine Bedürfnisse und Ansprüche, eine hohe Kundenbindung vor der Neuakquise, Softskills, die Fähigkeit, dem Kunden zuzuhören, Probleme zu erfragen und Lösungen zu entwickeln. Denn Kundenzufriedenheit wird zum bedeutendsten Wettbewerbsvorteil, der umso höher ist, je mehr durch kundenorientiertes Denken und Handeln Servicevorteile seitens der Druckerei gesichert werden.

Für ein Druckunternehmen, das Beratungsunternehmen und Dienstleister gleichermaßen ist, lässt sich Kundenzufriedenheit aber nicht ohne Mitarbeiterzufriedenheit erzielen. Die Mitarbeiter sind es nämlich, durch deren Kompetenz und Beratung die täglichen Herausforderungen gemeistert werden. Letztendlich zaubern sie  mit ihrem Engagement ein Lächeln auf das Gesicht des zufriedenen Kunden. Folglich, Erfolg hat nur derjenige, der seine Mitarbeiter mitnimmt.

Die Dienstleistungs- und Beratungsqualität eines Druckerei Unternehmens schafft neue Märkte, neue Absatzwege und neue Produkte. Und wenn dann noch der Pioniergeist eines Johannes Gutenberg hinzukommt, wird sich auch eine Druckerei in der heutigen Zeit ihren Platz im Markt sichern.

Bezeichnung des kanadischen Medientheoretikers MCLuhan** für den Kosmos der Medien, die sich dadurch  auszeichneten, dass Zeichen auf Papier oder ähnliches Material gebannt wurden. Heute existiert eine weitere Galaxis, die der audiovisuellen Medien (beispielsweise Radio oder Fernsehen).

 

 

Herbert Marshall McLuhan, CC (*Juli 1911 in Alberta † Dezember 1980 in Toronto) war ein Geisteswissenschaftler und Philosoph, Professor für englische Literatur, Rhetoriker & Literaturkritiker und Kommunikationstheoretiker. McLuhans Werk gilt als ein Grundstein der Medientheorie Seine zentrale These lautet Das Medium ist die Botschaft. Außerdem formulierte er den Begriff „Globales Dorf“. McLuhan prägte die Diskussion über Medien von den späten 1960er Jahren bis zu seinem Tod. (Quelle :Wikipedia)

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